Marc Berlsmann
Männliche Ideale wie Härte, Durchsetzungsvermögen und das Beherrschen der eigenen Emotionen waren, wie es der Historiker Jason Crouthamel herausgearbeitet hat, an der Front von besonderem Wert. Das Bild des aufopferungsvoll kämpfenden Soldaten, der die eigene Nation verteidigt, sollte unter allen Umständen aufrecht erhalten werden. Gefühle wie Angst, Empathie und Trauer dagegen sollten unter Kontrolle gehalten werden, solange die Soldaten für ihr Vaterland Krieg führten.[1] Gleichwohl gab es reihenweise Momente, die just eben solche Gefühle hervorrufen mussten. Fast täglich mussten Soldaten mit ansehen, wie Kameraden im Feld verwundet wurden oder sogar ihr Leben ließen. Die fortwährend andauernde Konfrontation mit dem Verlust von Freunden wie auch dem Tod von Feinden, stellte für die Soldaten eine der stärksten Belastungen des Krieges dar.[2] Zudem kam es vor, dass Familienangehörige in der Heimat an Krankheit verstarben. Auch der Soldat Heinrich Echtermeyer musste damit zurechtkommen, dass Kameraden fielen und sowohl seine Schwester als auch seine Tochter während seiner Zeit an der Front verstarben. Doch findet sich in den überlieferten Briefen und Feldpostkarten Echtermeyers nur selten ein Wort der Trauer.


Auffallend ist, dass Echtermeyer in keinem seiner Briefe an seinen Bruder über seine Fronterfahrungen, etwaige Gefechte oder den Tod von Kameraden berichtet. Wenn überhaupt äußert er sich eher sachlich und allgemein über den Krieg: „Ein Krieg ist doch schrecklich für die die Mannschaften die da in Felde sind, und die Gegend wo er abgehalten wird, alles verwüstet bleib fast kein Gebäude stehen. Traurig wenn man sieht viel die Bewohner flüchten müßen.“[3] Zwar formuliert Echtermeyer hier einen Eindruck vom Krieg, doch nennt er keine konkreten Ereignisse, hält sich, was seine Gefühle anbelangt, zurück. Ein möglicher Grund dafür könnte der Versuch der Rücksichtnahme auf seinen Bruder und seine Familie sein. Durch das Ausbleiben genauer Berichte hält er das Kriegsgeschehen von ihnen fern.
Als Heinrich Echtermeyer im Herbst 1916 von der Erkrankung von Frau und Tochter erfährt, antwortet er seinem Bruder rational und vorausschauend:
„Wie du schreibst, sind meine Angehörigen nicht alle gesund, meine Frau und Kind Therezia, Dein Schreiben noch ist mit Frau nicht schlimm, das will ich hoffen das es wahr ist, aber mit dem Kinde ist ja schlimm wie du schreibst, wollen doch hoffen es bald besser wird. Sollte das Schlimmste mit dem Kinde vorfallen dann sobald wie möglich amtlich Telegramm schicken.“[4]
In dieser Passage reflektiert Echtermeyer nüchtern und vernunftgeleitet, wägt etwaige zu gehende Schritte ab. So möchte er per Telegramm möglichst schnell informiert werden, falls es wirklich zum Schlimmsten kommt, damit ihm die Möglichkeit gegeben ist, zeitnah Urlaub zu beantragen.[5] Nur dann könnte er rechtzeitig zur Beerdigung in die Heimat zurückkommen, um sich von seinem Kind zu verabschieden. Es dringt zwar zweifelsohne durch, dass er sich um seine Familie Sorgen macht, dennoch drückt er seine Gefühle ziemlich nüchtern aus. Die wenigen Worte „Die Therezia kann ich noch nicht gut vergessen“[6] vom 1. Oktober 1916 stellen die einzige schriftlich dokumentierte Reaktion auf den Tod seiner Tochter dar, die er an seinen Bruder richtet.[7] Diese Passage der Korrespondenz verdeutlicht, dass Echtermeyer kein Mann der vielen Worte war. Er benennt seine Trauer ausschließlich durch das Wort „vergessen“ und umschreibt seine Gefühlslage nicht weiter. Berücksichtigt werden muss an dieser Stelle aber, dass zwischen diesen beiden Briefen zehn Tage liegen. Möglicherweise hatte Echtermeyer bereits zuvor einen nicht überlieferten Brief als Antwort auf die Information des Todes seiner Tochter geschrieben, in dem er sich bereits länger mit dem Tod seiner Tochter auseinandergesetzt hat. Darüber hinaus stellte zu Anfang des 20. Jahrhunderts der Tod des eigenen Kindes kein ungewöhnliches Ereignis dar. So betrug die Säuglingssterblichkeit[8] 1916 noch circa 160 von 1.000. Heute hingegen versterben etwa 4 von 1.000 Neugeborenen während des ersten Lebensjahres.[9]


Einmal jedoch, ein halbes Jahr später, am 27. März 1917, gesteht Echtermeyer seinem Bruder seine Traurigkeit ein, als er sich mit dem Tod seiner Schwester Maria auseinandersetzt: „Aber was ist das doch traurig […]. Das Schwester Maria so rasch in die Ewigkeit gerufen wurde, ist doch sehr traurig.“[10] Noch am Tag zuvor schrieb Echtermeyer:
„und das Schwester Maria schlime krank ist, aber was soll man machen.“[11]
Gerade das „aber was soll man machen“ wirkt resignierend, fast gleichgültig. Angst und Sorge um seine Schwester formuliert er nicht. Nach der Nachricht vom Ableben seiner Schwester indes ist seine Traurigkeit deutlich zu greifen. Er ist nicht nur „traurig“, sondern steigert seine Empfindung zum Ende noch durch das „sehr“.
Im weiteren Verlauf dieses Briefes wird sichtbar, wie sich seine Stimmung mehr und mehr von Trauer in Wut wandelt. Er beschwert sich bei seinem Bruder darüber, dass ihm kein amtliches Telegramm mit der Nachricht vom Tod der Schwester geschickt wurde. Es scheine ihm sogar so, als hätte er gar nicht zur Beerdigung kommen sollen, ja „[w]enn man das seinen Kameraden sagt, das lachen viel mehr darüber, das Ihr kein Telegramm darüber schickt und es ärger mich auch das Ihr das nicht gemacht habt.“[12] In diesen Aussagen kristallisiert sich Echtermeyers Wut und Enttäuschung. Er kann nicht nachvollziehen, warum seine Familie ihm nicht rechtzeitig das Telegramm hat zukommen lassen und macht seinen Bruder dafür verantwortlich.[13] Dieser Brief ist einer der wenigen, in denen er nicht die männlichen Ideale eines Soldaten verkörpert, der seine Emotionen kontrolliert und sich – das eigene Schicksal ausblendend – in den Dienst der Nation stellt. Vielmehr bricht er emotional aus, formuliert seine Trauer ebenso wie seinen Ärger.
[1] Jason Crouthamel, „Deutsche Soldaten und ,Männlichkeit‘ im Ersten Weltkrieg“, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Jg. 64 (2014), H. 16–17, online abrufbar unter http://www.bpb.de/apuz/182566/deutsche-soldaten-und-maennlichkeit-im-ersten-weltkrieg?p=all#fr-footnode7 [6.1.2014].
[2] Gerd-Walter Fritsche, „Bedingungen des individuellen Kriegserlebnisses“, in: Peter Knoch (Hg.), Kriegsalltag. Die Rekonstruktion des Kriegsalltags als Aufgabe der historischen Forschung und der Friedenserziehung. Stuttgart 1989, S. 114–151, hier S. 144–146. Vergleiche zu Thema Tod Maximilian Wiech.
[3] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 20. August 1916.
[4] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 20. September 1916.
[5] Siehe zum Thema Urlaub Lukas und Michael Boch (erscheint in Kürze)
[6] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostkarte vom 1. Oktober 1916.
[7] Zur Sprachlosigkeit siehe den Kommentar von Fabian Köster und Dennis Krause.
[8] Sie gibt an, wie viele Neugeborene innerhalb des ersten Lebensjahres versterben.
[9] Statistisches Bundesamt, „Säuglingssterblichkeit in Deutschland, 1872 bis 2012“, online abrufbar unter http://www.bibdemografie.de/DE/ZahlenundFakten/08/Abbildungen/a_08_09_saeuglingssterblichkeit_d_ab1872.html?nn=3071458 [20.2.2014].
[10] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 27. März 1917.
[11] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, Feldpostbrief vom 26. März 1917.
[12] Ebd.
[13] Siehe zum Thema Heimat auch Florian Steinfals und Niklas Maximilian Schepp.




!["Innigst geliebte Dina herzallerliebste Frau du liebe kleinen Kinder! Jetzt liebe Dina kann auch Dir mal einen Brief schreiben. Es geht mir ganz gut, was ich auch von Euch hoffe. Weine doch nicht, daß ich fort bin, denn es geht ja fürs deutsche Vaterland. Hoffentlich werde ich auch von Dir bald einen Brief bekommen, denn ich habe Dir schon zwei Karten geschrieben, die du doch jedenfalls erhalten hast. [...] Weiter wüßte ich Dir liebe Frau heute nichts zu schreiben und will nun hiermit schließen. Viele herzliche Grüße und tausend Küsse von deinem Dir ewig treuen August" August Jasper an Bernhardine Jasper, Feldpostbrief vom 2. August 1914:](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/09/Jasper_1914_08_02_komplett-500x254.jpg)
!["[...] Das waschen für die Wachtmannschaften laß man sein, wenn Du auch etwas damit verdienen würdet, dann würde ich dir ja lieber meine ganze Lohnung schicken, denn man kann doch die Kerls nichts trauen, und man hört jetzt zuviel von den Leuten die in Urlaub waren, das sich in Deutschland so viele Weiber mit anderen Männern abgeben. Man sollte es ja kaum für möglich halten, denn eine Frau die sich darüber nachdenkt, was die Männer hier draußen aushalten müssen, macht doch so was nicht, wenn Sie auch nur etwas Liebe zu Ihrem Mann hat. Ja solche Biester müßten auch hier vorne in den Schützengraben. [...]" August Jasper an seine Frau Bernhardine, Seite 2 und 3 des Briefes vom 2. August 1915:](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/09/Jasper_1915_08_02_Seite2-3-300x235.jpg)
















![Bocholt 26.5.1916 | Lieber Bruder! Da mir wenig Dienst habe, so will ich dir Worte schreiben, bin noch gut Gesund, und solches auch von Euch alle hoffe. Gestern sind hier wieder welche weggegangen es wurde gesagt nach den Waffen nach. hinter der front, so hieß es gewiß weiß ich es nicht, den das wird nicht bekannt gemacht Wie lange ich hier noch bin weiß ich nicht kann bald, und auch noch länger dauer, das ist gerade wie anderforder werden, es kommen auch öfter wieder neue zu der [...] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, vom 26. Mai 1916; erste Seite.](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/09/Seite-1-190x300.jpg)
![[...] Kompanie, heute sind 12 Mann gekommen, von Land- str Bataillon 19, alle Leute von meinen Alter. Bitte frag, mahl aufs Amt ob meine Frau nicht Urlaubs Gesuch erreichen kann zum Heuen, den es wird Zeit, den wenn ich hier weg bin, ist zu spät das muß von Amt über Tecklen burg, Generalkomando, den unser Hauptm hält nicht von Urlaub, und Feldwebel auch nicht, das muß von Oben kommen, dann müs- sen sie uns gehen lassen, Ihr müßt nur angaben von mitte Juni. Ich Bitte dich reiche sofort mir, in meiner Frau seine Namen, und dann dringen Aufsetzen auf Amt, und dort werden [...] Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, vom 26. Mai 1916; zweite Seite.](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/09/Seite-2-190x300.jpg)
![[...] sie auch wissen wo sie es an ein reichen müssen. Meine Frau schrieb ob sie den Bullen in die Weide täte, wenn dir das dünkt so laß sie das nur machen, Ich Bitte hilf Ihr so gut zu recht wie du kannst. Auch von frei- willich. Speck abgeben, das nicht machen, den ich kann hier gutwas gebrauchen. Nun will schießen und hoffe das du bald wieder schreibst, wie es meiner Frau geht, und mit das Urlaub Gesuch ist Herzlich Gruß von B. Heinrich Gruß an kleinen Heinrich Heinrich Echtermeyer an seinen Bruder Bernhard, vom 26. Mai 1916; dritte Seite.](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/09/Seite-3-192x300.jpg)
![Geschrieben den 25.7.1917 Lieber Bruder! Da ich Dir schon paar geschrieben habe, und keine Antwort zurück, so will ich Dir noch mahls Gruß aus der weite Ferne schicken. Ich bin gut gesund, und von Euch hoffe. Wir sind jetzt in der Gegend von Lemberg, sind in Reserve, hier ist noch wohl Ruhig. Wie es heißt sollen die älteren Leute und die über 6 Kinder haben, aus der | Front, wie meine Frau, ge- schrieben fort, hat Frau Bunge schon Gesuch eingeschickt ob Ihr das auch versucht, den wenn es glücken wollte, das man in die Etappe käme, so wäre man doch Kugel sicher. Sei so gut und frage da mahl nach, und hilft meine Frau damit zurecht. Meine Frau schrieb mir das König gesagt hätte, es könne noch mahl sein, das sie Ihr die Unterstützung abzögen, den sie ist wie die [dazwischen ergänzt: schreib ] höher in die Steuer gekommen. Ihr sollt doch Reklamiert haben da gegen | 1917_07_25_Brief_Seite1](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/08/1917_07_25_Brief_Seite1-500x398.jpg)
![Man kann hier liegen, geht man kaput von ungeregel Leben, und die Kugel gefahr und das Geld dir armen Frauen das noch nicht gönnen. Das ungerechte Deutschland. Ich bitte dich sorge dafür das sie das doch behält. Von das Urlaubs Gesuch noch nichts von gehört. Ich bitte Dich schreibe doch mahl, es ja gerade als wenn Du nicht mehr schreiben kannsts Und schreibe mir, ob ihr Gesuch einreichen könnst, und wie es mit die Steuer ist wieviel Sie höher gekommen ist, sie hat davon geschrieben, kann da | nicht aus Klug werden, und mit die Unterstützung ist. Nun sch[l]ieße ich, wollen doch hoffen das der Elende Krieg, und das Blut vergießen doch bald ein Ende nihmt, und das man doch noch wieder zurück kommt, und vergeßt das Beten und schreiben nicht Herzlichen Gruß sendet dir dein B. Heinrich Auf Wiedersehen. 1917_07_25_Brief_Seite2](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/08/1917_07_25_Brief_Seite2-500x397.jpg)

!["Meine innigste geliebte Frau und Kinder! Liebes Herz! [...] Es hat hier vorige Nacht etwas geregnet, und ich glaube das es heute noch mehr giebt. Wir können hier auch recht gut noch welchen gebrauchen. Hoffentlich bekommt Ihr jetzt auch den lang ersehnten Regen. Hier war es übrigens auch in der letzten Zeit recht kühl, gefroren hat es aber nicht. [...] Nur hatte ich dieser Tage starken Durchfall, hatte mich zudem auch sehr erkältet. [...] Man sollte doch meinen die Russen wären..." Feldpostbrief an die Familie Jasper vom 23. Juni 1915, hier die ersten beiden Seiten: "Hier war es übrigens auch in der letzten Zeit recht kühl, gefroren hat es aber nicht."](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/08/Jasper_1915_06_23_Seite1-2-300x247.jpg)
!["...nun bei Dir, ja Herzchen, die Tage wird es Dir dann nicht so langweilig. [...] Mir meine liebe Seele geht es auch so weit noch ganz gut: Es ist hier aber noch schrecklich heiß, in diesem Sommer haben wir hier so eine Hitze noch nicht gehabt. Ist es bei Euch auch so? Das Korn kommt doch in diesem Sommer gut weg. Wie ist es denn mein Lieb, bist du gut aus gekommen mit deinem Korn. Sieh auch man zu, daß du auch in diesem Jahr nicht zu wenig bekommst. [...] Ich hätte dir auch schon Waschpulver geschickt..." Feldpostbrief an Bernhardine Jasper vom 17. August 1918: "Es ist hier aber noch schrecklich heiß, in diesem Sommer haben wir hier so eine Hitze noch nicht gehabt. Ist es bei Euch auch so?"](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/08/Jasper_1918_08_17_Seite2-3-300x239.jpg)
!["geschrieben 20.12.15 / Mein liebes Herz Sende Euch hiermit die herzl Weihnachtsgrüße und wünsche Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest. Sonst geht’s noch gut. Mit herzl Gruß Dein lieber lieber Mann" Feldpostkarte an die Familie Jasper zum Weihnachtsfest 1915: " [...] es regnete, da haben ich noch an Euch gedacht."](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/08/PK_406_V_1915_20_12-300x192.jpg)






![Geschrieben, den 8.6.17 Mein einzig liebes Frauchen! Mein Lieb! Deinen lieben Brief vom 5ten habe ich auch soeben erhalten. Wie ich auch gesehen, geht es Euch noch gut, wie mir auch. Gestern mein Herzchen, sind wir auch wieder umgezogen. Wir sind etwas nach rechts gerückt, das ist eine herum Wanderei, das ist schrecklich. Wenn man sich etwas eingerichtet hat, und man hat einigermaßen ein Dach überm Kopfe, dann heißt es [...] August Jasper an seine Frau Bernhardine, vom 8. Juni 1917; erste Seite.](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/08/Brief-1-199x300.jpg)
![[...] wieder umziehen, wenn das doch mal bald aufhören würde. Wie ich heute auch in der Zeitung gesehen, haben die Engländer jetzt in Flandern eine Offensive versucht, und schließlich kommen wir da auch noch hin. Wie ich auch aus deinem Briefe gesehen, mußt Du jetzt öfters nach Oßlagen hin, ja mein Liebling es wird dir dann dann ja nicht so langweilig, aber wenn es bei Euch noch so heiß ist, dann ist es ja auch nichts genaues für mein liebes Herzchen. Du schreibst auch mein Lieb, das Auguste Dir auch eine neue Bluse genäht hat, da wird mein Liebling aber wohl fein sein, wenn ich in Urlaub komme. Ach Herzchen könnte ich doch endlich mal fahren, denn es wird mir doch jetzt bald zu langweilig, ach mein Herz, es geht mir auch wie Dir, die Sehnsucht nach Dir mein Liebling und die lieben Kinder ist doch zu groß. Ach mein Lieb wenn ich mal wieder in deinem Schoße schlafen kann. Das ist doch auch zu herrlich, [...] August Jasper an seine Frau Bernhardine, vom 8. Juni 1917; zweite Seite.](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/08/Brief-2-300x221.jpg)
![[...] nicht wahr? Aber wenn ich gegen den 23ten fahren kann, dann gehen diese vierzehn Tage ja auch noch bald um. Aber wenn man so eine Sehnsucht danach hat, dann ist es doch noch lange. Gestern und heute hat es hier tüchtig geregnet, und es ist auch ziemlich abgekühlt. Sonst meine liebe Seele kann ich Dir heute nicht viel schreiben. Morgen mehr! Und nun liebe Seel verbliebe ich mit viele vielen Herzl Grüßen und Küssen Dein liebes liebes treues Männchen Dein Herzblättchen August Jasper an seine Frau Bernhardine, vom 8. Juni 1917; dritteSeite.](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/08/Brief-3-186x300.jpg)
![Geschrieben, d 9.12.16 Mein einziger Liebling! Mein Herzchen! Deinen lieben Brief vom 6 habe ich soeben erhalten, und will Dir auch gleich wieder schreiben. Wie ich nun auch aus Deinem Briefchen gesehen, hat sich unser Erich bis jetzt auch noch nicht gebessert. Es ist aber doch gut, das du jetzt zum Doktor gewesen bist, dann weiß man doch ungefähr was e ist. Ich denke aber doch daß es Sich bald etwas bessert, die Haultsache ist wohl, daß er gut in acht genommen wird. Mir mein [...] August Jasper an seine Frau Bernhardine, vom 9. Dezember 1916; erste Seite.](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/07/Seite-1-196x300.jpg)
![[...] Liebling geht es bis jetzt auch noch gut, nur daß es auch alle Tage wieder so ein schlechtes Wetter ist, Du schreibst dieser Tage auch, daß Du jetzt so viel Glas verkaufst. Ja Herz, da wird es wieder schnell alle sein. Es ist aber doch auch ganz recht, daß Du wieder Kitt bestellt hast, denn ohne dem geht es doch schlecht. Du fragst auch was Du für die zwei Fenster nehmen darfst, die Du da grundiert hast. Mir deucht so 3,20, das doppelte was ich sonst genommen habe, nicht wahr, das ist doch nicht zu viel, für die großen Fenster für Heumann, das weißt Du auch wohl ungefähr, vielleicht so eine Mark. Daß es auch jetzt mehr Unterstützung geben soll, habe ich auch gelesen. Ja Herz, das mag es auch wohl, denn im Winter zieht es in allen Teilen auch viel mehr. Es soll mich auch mal wundern, was wir in diesem Jahr wohl zu Weihnachten bekommen, ob es wohl so viel giebt als voriges Jahr? Noch eine vierzehn Tag, dann ist ja auch schon wieder Weihnachten. Man spricht auch wieder davon, daß wir noch vor Weihnachten hier abgelöst werden [...] August Jasper an seine Frau Bernhardine, vom 9. Dezember 1916; zweite Seite.](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/07/Seite-2-300x232.jpg)
![[...] sollen, ob es wahr wird? Du mein Liebling schreibst auch Du wollest wieder einreichen um Urlaub, laß es aber vorerst man sein, denn es gient doch keinen, dürfen jetzt auch nur immer sechs Man fahren, wenn das so weiter geht, dann kommen wir überhaupt nicht mehr an die Reihe. Sonst mein Herz wüßte ich Dir auch heute nicht viel zu schreiben, und nun viele viele Herzl Grüße und Küsse von Deinem lieben lieben Mann August Jasper an seine Frau Bernhardine, vom 9. Dezember 1916; dritte Seite.](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/07/Seite-3-198x300.jpg)






![Geschrieben, den 11.11.16 Mein innigste geliebtes Herzchen Mein Liebling! Es ist heute Samstag und ich will Dir auch wieder ein Briefchen schreiben. Deinen lieben Brief vom 8ten habe ich auch gestern abend erhalten. Wie ich gesehen geht es Euch noch gut, wie mir auch. Das von Mietenkotten in Hoperdorp jetzt auch der vierte Sohn gefallen ist, habe ich auch gesehen. Ja mein Herz, wir furchtbar müssen die doch auch den Krieg fühlen, aber den letzten wenn der auch eingezogen ist, den können Sie doch frei [...] August Jasper an Bernhardine, Brief vom 11. November 1916 (Teil 1)](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/07/Jasper-11.11.1916-A-209x300.jpg)
![[...] bekommen. Seit einigen Tagen ist es hier nun auch wieder schönes Wetter, aber trocken wird es hier doch nicht, den ganzen Winter, der Schlamm wird immer wieder von neuem auf gewühlt, von die schweren Fuhrwerke und Lastautos. Vorletzte Nacht war ich auch wieder nach vorne, essen heraus bringen, der Dreck und Schlamm kam uns bis oben in die Stiefeln. Wir hatten aber doch noch ziemlich Glück, es war schön Mondhell, und auch einiger maßen ruhig um die Zeit. Ich denke auch nicht daß ich vorläufig wieder heraus brauche, wir wechseln uns nämlich immer ab. Verluste haben wir jetzt auch wieder viele, fast jeden Tag, gestern wieder zwei einer tot, und einer beide Arme zerschmettert, und am Arm, ich glaube auch nicht das der am Leben bleibt. Du schreibst auch Mutter wollte nächsten Samstag nach Osnabrück, und Du wolltest Alma ein paar Schuhe mit bringen. Alma wollte auch gern braune Schuhe haben, ja Herz mir ist das einerlei, daß mußt Du am besten wissen, wenn Sie das [...] August Jasper an Bernhardine, Brief vom 11. November 1916 (Teil 2)](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/07/Jasper-11.11.1916-B-300x215.jpg)
![[...] durch aus will. Zu schicken brauchst du mir vor Freitag oder Samstag noch keine Butter, denn ich habe noch ziemliches Stück Butter. Sonst mein Herzchen wüßte ich Dir auch nicht viel zu schreiben. Wie ich auch aus Deinem Brief gesehen, hat im Urlaub ja alles gut gegangen, ja Herz, wenn uns was passiert wäre, das hätte mich auch sicher geärgert, denn es ist doch besser so, nicht wahr mein Liebling? Und nun viele viele Herzl. Grüße und Küsse von deinem, lieben lieben Mann August Jasper an Bernhardine, Brief vom 11. November 1916 (Teil 3)](http://feldpost.hypotheses.org/files/2015/07/Jasper-11.11.1916-c-210x300.jpg)


